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Montag, 19. Dezember 2011

Tag 4 - doch noch gefunden...

... es hat sich versteckt, das alte China in Shanghai, aber wir haben es doch noch gefunden.

Nach dem Yannic uns im Hotel abgeholt hat und wir dort unser Gepäck weggeschlossen haben, ging es als Trio zum Mc Donald-Frühstück. . Nach der Stärkung ging es nochmal zur Yu Yuan/Old Town. Dort haben wir zwischen den ganzen neuen Hochhäuser noch ein Viertel gefunden, wo kein Gebäude hoher als zwei Stockwerke war und unten das Leben pulsierte, hier wurden wir nicht alle 2m angequatscht oder in einen Laden "gezogen", sondern nur wundernd beäugt - haben sich hierhin scheinbar noch nicht so viele "Langnasen" verirrt. Aber das sind wir ja schon gewohnt. Yannic und mir boten sich viele Möglichkeiten tolle Streetfotografien zu machen. Yannic erzählte uns dann das um solche Viertel eine Mauer gebaut wird, die dann kurz danach die Bauabsperrung bildet um dann für weitere Hochhäuser als Stellplatz zu dienen. In der Tat sollten wir wenig später eine solche Mauer sehen, das Viertel war umringt von Luxus Kaufhäusern, also kann man sich vorstellen wie es mit dem Block demnächst weiter geht. Sehr schade für das Stadtbild wenn es solche Viertel dann nicht mehr gibt. Wahrscheinlich wird sich dann ein findiger Geschäftsmann finden, der Tagestouren für Touristen zu solchen Vierteln anbietet, die dann vor den Türen der 19 Millionen Einwohner Stadt liegen.

Durch das Herumlaufen haben wir dann auch Sandras Klimbim-Mile gefunden, die wir schon seit Anfang unseres Besuches gesucht haben. Hier gab es von Weihnachtsdeko über Babysachen (nur als Mitbringsel gedacht) bis zu Winter-Acessoires alles zu Spottpreisen. Aber wir haben keinen Platz mehr im Gepäck, kein Geld in der Währung und heute Abend geht schon unser Flug auf die Philippinen.

Endlich Sommer, Sonne, Sonnenschein !!!

Sonntag, 18. Dezember 2011

Tag 3 - In Shanghai

Heute ist unser Tag mit purem Luxus gestartet. Wir waren zum Frühstück mit Yannic und Kerstin im Hyatt Park Hotel im World Financial Center verabredet. Was ein tolles Frühstück, es gab Nichts, was es nicht gab und das beste war der tolle Ausblick vom 91. Stock über die Stadt. In aller Ausgiebigkeit haben wir das genossen - das gönnt man sich nicht alle Tage. Zum Abschluss gab es beim Besuch auf der Toilette ein weiteres Highlight! Ein Toiletten-Erlebnis der besonderen Art. Neben dem, dass die Toilettenbrille beheizt war und sich automatisch bei Kabinenbetritt aufgeklappt hat, hat nach dem Geschäft ein zwei stufiger Wasserstrahl hinten und bei Bedarf auch von vorne gereinigt (wohl eher was für Frauen:-) und zum Schluss noch geföhnt ohne dass man sich bewegen musste. Der Knaller. Sandra und ich sind völlig aufgelöst von der Toi wiedergekommen und mussten unser Erlebtes gleich mit den Anderen teilen.

Nach dem leckeren Start in den Tag ging es mit einem kleinen Spaziergang am Apple-Store vorbei ehe sich unsere Wege teilten. Sandra ging ausnahmsweise mal etwas Shoppen und ich ausnahmsweise fotografieren. Yannic hatte für sich, Kerstin und mich einen Fotowalk mit Führung bereits im Vorfeld klar gemacht.
So trafen wir uns mittags am Eingang eines belebten Parks mit einer Fotografin aus Düsseldorf die seit einiger Zeit in Shanghai lebt. Nach Fotogrundkurs-Wiederholungen für mich, ging es in einer 10er Gruppe durch den Park. Eins kann ich sagen, wir wurden von allen Seiten belagert. Sobald wir irgendwo standen, wurden wir begafft und angesprochen als ob die Leute in dem Park noch nie einen Weißen gesehen hätten. Neben den verschieden Übungen warteten jede Menge Motive auf uns. Es wurden Karten gespielt, musiziert, getanzt und gesungen. Das Ganze bei einer Eiseskälte (wobei es wärmer war als die letzten Tage) und der Park war randvoll, wobei es im Sommer noch viel voller wäre! Nach dem Park ging es mit der Gruppe durch ein nahegelegenes Wohngebiet, wo man das eigentliche chinesische Leben noch etwas erleben konnte. Also das, was wir die ganze Zeit etwas vermissten. Zur Dämmerung trafen wir uns mit Sandra wieder und verabschiedeten uns von Kerstin, sie musste zurück nach Muschi. Alternativ auch wie Muschi nur mit W genannt, denn dort leben die beiden.

Anschließend ging es zum Hot Pot- Essen, eine Art chinesisches Fondue. In der Mitte des Tisches köchelt Suppengemüse vor sich hin und man bestellt sich die Sachen die man dann darin kochen möchte. Auch dieses Mal hatte Yannic ein gutes Händchen für die Wahl des Lokals.
Nach dem Essens-Fiasko dieses Jahr in Hongkong, muss ich sagen dass ich positiv überrascht bin was das Essen angeht.

Morgen geht es in die letzte Runde.

Samstag, 17. Dezember 2011

Tag 2 - Taxi, Taxi ...

... ich bin noch nie so viel Taxi gefahren, wie heute. Grund: Yannic ist Mr. Taxi! Jeder von uns hat seinen Tick und Yannic seiner ist, auf die Strasse zu springen und ein Taxi anzuhalten, das ihn bzw. in dem Fall uns, mitnimmt. Das macht er auch sehr gut, das will gelernt sein :-) Er hat "keine Lust sich mit den Öffentlichen auseinander zusetzten und außerdem kostet das Taxi hier nix". Beim Letzteren muss ich ihm Recht geben, kostet wirklich nix, allerdings die Öffentlichen auch nicht.
Seine Art des Fortbewegens hat allerdings den Nachteil das man sich nicht wirklich mit der Topologie der Stadt auseinander setzen muss, was wir heute feststellen dürften.
Dafür hat er uns heute Mittag in einem kleinen tollen Restaurant den Tisch gedeckt, in dem er viele tolle unterschiedliche chinesische Köstlichkeiten aus der Karte auswählte.
Dieses köstliche Mahl hatten wir uns nach dem Yu Yang Tempel und Garden und einer ausgewachsenen Shopping Tour auch wirklich verdient.

Vielleicht noch etwas mehr von der Stadt an sich: Wenn man den Reiseführern glaubt, dann wurden die meisten Modernisierungen zur Expo 2010 abgeschlossen und der Wandel der Stadt zum angestrebten Ziel: New York des 21. Jahrhunderts, nimmt Form an. In dem stetigen: schneller, höher und weiter, ist leider unseren Geschmackes nach, das chinesische Etwas gänzlich verloren gegangen. Sandra fehlen die "schmuddeligen asiatischen Ecken" - ihr ist einfach alles zu "geleckt". Wenn das so weiter geht, werden wir später einmal in einer Welt leben, in der man keine Städtereisen mehr machen braucht. Denn dann sieht jede Innenstadt der Welt gleich aus, Shoppingmalls an Shoppingmalls mit Glasfasade etc. in denen Zara, Starbucks und all die anderen Ketten die gleichen Preise weltweit aufrufen, die wir auch in der MyZeil vor der Tür zahlen würden. Schade eigentlich.
Shanghai ist zweifelsohne eine tolle, saubere und sichere Stadt aber den Aussagesatz, sie sei chinesischer als Hongkong, kann ich wirklich nicht bestätigen, hatten wir doch Anfang des Jahres in HK mehr den Eindruck des Asia-Way-of-Live in der Stadt der duftenden Blüten (HK) wieder zu erkennen. Uns erinnert Shanghai eher an das ebenfalls schnell wachende Singapore und denke das ist auch der passendere Vergleich. Ergänzung San: also bei mir liegt die Stadt im Ranking eindeutig weit hinter Bangkok und Hongkong!

Außer Taxifahren in Asien, das wird immer einzigartig und ein Erlebnis bleiben. Denn es gibt nur eine Regel: Es gibt keine! Rote Ampel - nur eine Empfehlung des chinesischen Verkehrsministerium. Stopp-Schild genau wie Zebrastreifen nur eine Straßenverschönerung. Das Tragen von Motorradhelmen und Sicherheitsgurten nur interessant wenn es gerade in die Mode passt. Hupen mit Licht oder Signalgeber dagegen ein Muss. Vielleicht ist das ja auch der wahre Grund, warum Yannic so oft mit dem Taxi fährt.

Tag 1 - Schei... kalt!

Der Wind weht und die Frisur sitzt nicht.

Es ist bibber kalt und daher war der erste Gang in die Geschäfte: Mützen und wärmere Sachen für drunter kaufen. Trotz warmen Sachen frieren wir, denn unsere Aufwärm- Absichten sind leider nicht aufgegangen. Scheinbar sind Sandras Gebete erhört worden...
Rückblick: Vorletzte Woche in der Wiesbadener Innenstadt sind wir noch schnell zum "IKEA für Parfüm" gegangen, drinnen begrüßten uns die Verkäuferinnen in T-Shirt bzw. Blüschen. Da draußen etwa 5 Grad waren und wir entsprechend eingepackt waren, schwitzten wir nach ein paar Minuten und Sandra meinte: Was eine Energieverschwendung, die Verkäufer stehen im T-Shirt und wir schwitzen und in den Jacken einen ab!"
Zurück nach Shanghai: Genau das ist hier nicht der Fall und eigentlich ist es noch extremer. So stehen hier die Verkäuferinnen in den Shoppingmalls wirklich in voller Wintermontur im Laden bei angenehmen 5 Grad Raumtemperatur. So hat es sich gestern zugetragen, dass wir im Starbucks uns eigentlich Aufwärmen wollten dann aber ebenfalls in Jacke und mit Schal bzw. Handschuhen unseren leckeren Grünen Tea Latte (GTL) versucht haben zu trinken. Versucht, nicht deshalb weil es zu kalt war, sondern weil der GTL nicht wie zu vermuten, ein grüner Tee war mit einem Schuss Milch, sondern irgendwas zwischen Fischbrühe und zerkleinerten Algen. Yannic (bzw. Mr. Taxi) der Bruder von Markus, einem Arbeitskollegen, sollte dann statt 10min über 30min auf sich warten lassen. Mit ihm sind wir dann noch anschließen in einen Pub was Essen gewesen und haben guter live Musik gelauscht.

Aus unserer Reiseerfahrung waren wir eigentlich mit unserer Visitenkarte vom Hotel in Landessprache gut gerüstet, so dachten wir, doch leider konnte der Taxifahrer Fahrer genau soviel Chinesisch wie wir. Apropos Hotel, dort angekommen erwartete uns im Manhattan Business Hotel endlich wieder warmes Wasser. Welches Business hier gemeint ist, lässt sich nur vermuten. So haben wir ein rundes Bett in einem plüschigen Zimmer mit hinter dem Bett roten Samt vor dem ein roter durchsichtiger Vorhang den Raum dekorieret. An der Decke prangt ein ebenfalls runder großer Spiegel und das Ganze lässt sich mit gelben Licht am Spiegel abdunkeln. In solche Hotels werden eigentlich nur Ergo- und BW- Versicherungen Mitarbeiter geschäftlich untergebracht, neuerdings scheinbar auch die R+V :-) Aber eine tolle Lage hat es, sauber ist es und das Bett flauschig.

So wir gehen erst mal schlafen. Morgen geht es mit dem Yannic und der Kerstin, eine österreichische Bekannte von ihm, hoch oben im 91. Stock frühstücken und der Bericht von heute folgt.

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