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Samstag, 23. Mai 2015

20.-23.05.2015 - Yogyakarta

Atemlos nach Ubud 
Um die Rück- bzw. Weiterreise etwas angenehmer zu gestallten, haben wir uns entschieden die gut 5 1/2 Std. Fahrt zum Flughafen in Ubud noch mal zu unterbrechen und eine weitere Nacht im Puji Bungalow in Ubud zu verbringen, wo wir mit herzlich willkommen zurück unser altes Zimmer bekommen haben. Jippy, erst mal wieder direkt in den Pool gesprungen 😎
Bereits die Fahrt nach Ubud war sehr unterhaltsam. Unser Fahrer erklärte uns, warum er 5 Minuten zu spät gekommen ist, was für Balinesen mehr als untypisch ist. Er arbeitet noch in Pemuteran in der Senior High School und da habe ihm seine 15 jährige Schülerin morgens anvertraut, dass sie schwanger sei. Nach diesem Schock ist er mit ihr erst mal zum Arzt, der die Schwangerschaft im 4. Monat bestätigte! Auf die Frage wer der Vater sei, gab es nur die Antwort dass sie es nicht genau wisse und es 7 (!) potenzielle Kandidaten geben würde. Er hat dann 6 der 7 zum "Verhör" antanzen lassen - sie waren es natürlich alle nicht gewesen. Aber das beste an der Geschichte ist, dass es die Tochter von seinem besten Kumpel ist und er jetzt die Fahrt lang Zeit hatte zu überlegen, wie er es ihm am Abend bei einem Arak (balinesischer Schnaps - unser Vorschlag) schonend beibringen sollte. 
Seine Laune verbesserte sich aber schnell, als er uns erzählte dass er deutsche Songs im Unterricht einfließen lässt und einer es ihm und den Schülern besonders angetan hat - wenige Sekunden später schallte Atemlos von Helene Fischer aus den Boxen. Nee, oder ... also trällerten wir den Song unseres Exportschlagers laut mit und fuhren dabei durch Balis Reisfelder. 

Yogya - erster Tag
Nachdem Check-in in unserem Guesthouse ging es ortstypisch per Fahrrad-Rikscha zum Markt. Dort gab es neben neuen Taschen für meine Frau auch jede Menge Obst und Gewürze. Unterwegs haben wir noch zufällig einen Mitarbeiter von der Touristen Info getroffen, der uns mit vielen Zusatz Infos rund um seine Stadt versorgte. Kurz darauf fanden wir uns auf seinen Tipp hin in einer Art Gallery wieder, wo wir einer Studentin bei ihren Batikarbeiten zuschauen konnten, bevor wir es mit wenig Erfolg selbst probierten. 

Tempel in Yogya
3 Uhr Stand auf der Uhr, als der Wecker klingelte. 
Zur Abwechselung wollten wir uns mal auf einem Berg einen Sonnenaufgang anschauen. Wir werden am Ende noch Trekking-Fans 😆 
Im Vordergrund stand allerdings, dass wir beim Sonnenaufgang einen ersten Blick auf eins unserer Tages-Highlights werfen wollten. Richtig: "Wollten". Denn trotz des malerischen Sonnenaufgangs mit einigen anderen Besuchern, ließ sich der Tempel Borobodur unter der festhängenden, dichten Wolkendecke leider nicht blicken. Somit mussten wir uns noch etwas gedulden, bis wir ihn uns aus der Nähe ansehen konnten. 

Borobodur bedeute: "Tempel auf dem Hügel" und wurde im 8 Jhd. gebaut und zählt zu dem UNESCO-Weltkulturerbe. Aus der Ferne ähnelt der Tempel einer Stupa. Genauer betrachtet, besteht der Tempels aus zwei Bauten, was auch seine Besonderheit darstellt. Der Oberrang ist eine kreisförmige Terrasse mit vielen Stupas während der Unterrang eine gestufte Pyramide ist. Er ist so erbaut worden, dass auf der untersten Ebene das Leben des Menschen geprägt von Trieb und Leidenschaft dargestellt wird, während auf den zwei weiteren Ebenen nach oben in 1.460 (!) Reliefs, Szenen aus Buddhas Leben bis hin zu Erleuchtung gezeigt werden. Das Bauwerk ist neben Angkor Wat (Kambodscha) und Bagan (Myanmar) das bedeutendste im Buddhismus, so dass jedes Jahr 1.000 Mönche hier her pilgern.

Dem grandiosen Bauwerk liefen wir allerdings für die anwesenden Schulklassen fast den Rang ab. Unser Fahrer Xsan hatte uns schon darauf vorbereitet, dass wir hier unter dem wenigen westlichen Touristen ebenfalls als Highlight gelten würden und so sollte es auch sein. 
Anfangs fragten die Kids und andere Erwachsene noch recht zaghaft, ob sie mit uns ein Foto machen dürfen, aber als sie merkten das San richtig Gas gibt, gab es kein Halten mehr und wir fühlten uns bei locker über 200 Selfis in 1,5 h einen Vormittag wie Hollywood-Stars ☺️


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Bilder sind online

Freitag, 14. November 2014

12.-13.11.2014 - Unesco-Weltkulturerbe: Die Mayastätte Tikal

Nach einem letzten Besuch des Local Marktes mit unserem Posada-Besitzer Carlos und seiner Frau, wo wir einen original guatemalischen Kaffeesack gekauft haben, mussten wir den zwei sympathischen Guatemalern und der ins Herz geschlossenen Stadt Antigua "Adios" sagen. 

Mit dem letzen Bus des Tages ging es Mittags Richtung Flughafen in Guatemala City. Als wir dort angekommen sind, schauten wir nicht schlecht, als uns die Dame an der Information mitteilte, dass wir zum Check-In ein Taxi nehmen mussten. Die Laufwege im Frankfurter Flughafen sind zwar manchmal auch so weit, dass man sich am liebsten ein Taxi rufen würde, aber das war hier nicht der Fall. Unsere Airline TAG hatte für Inlandsflüge nur einen alten Hangar auf der gegenüberliegenden Seite des Flughafens und da man nicht über das Rollfeld dürfte, ging es per Taxi einmal drum herum. Im wohl kleinsten Terminal in dem wir je abgeflogen sind, hatte es sich die Airline aber so gemütlich wie möglich gemacht. Zuerst sah es danach aus, dass wir in den Genuss kommen sollten per Hubschrauber nach Flores gebracht zu werden, stand außer einer Art Privatjet mit Firmenlogo nichts anderes zur Verfügung. Es sollte dann aber doch eine Saab 340 mit immerhin 33 Sitzplätzen werden, die uns die Stunde transportieren sollte. 

Nach dem Check-in im Hotel haben wir noch gleich für den nächsten Morgen in aller herrgotts früh (05:30 Uhr) die Tour in die 17 km entfernte Maya Stadt Tikal gebucht. Nach einer Horrornacht ging es dann bei Sonnenaufgang bei angenehmen Temperaturen bei einer allerdings sehr hohen Luftfeuchtigkeit pünktlich los. 

Das rund 550 km2 große Gelände hat insgesamt mehr als 4.000 Gebäude bzw. Ausgrabungsstätten, einige der Tempel sind über 60m hoch und wurden von den Mayas um 700 v. Chr. bereits erbaut, aber erst 1877 wieder entdeckt und seit 1956 für Besucher zugänglich gemacht. 

Rund 5 Stunden sollten wir insgesamt durch das Areal tigern und neben den zahlreichen imposanten Tempeln auch jede Menge Tukane (bekannt von der Haribo Tüte :-) ), Brüllaffen, die ihrem Namen alle Ehre machten, und andere Jungelbewohner zu hören bzw. zu sehen bekommen. 
Durch den Nebel, bedingt durch die sehr hohe Luftfeuchtigkeit, konnten wir allerdings die ersten gut 2 Std. kaum etwas sehen. Was allerdings dem mystischen Ort das richtige Ambiente gab. 
So entschieden wir uns, das mit gebrachte Frühstückspacket von unserem Hotel auf der Tempelspitze des Tempels 4 zu genießen und die Nebelwand bei ihrem Treiben von oben zu beobachten. Wir schauten nicht schlecht als beim Essen des Frühstücks-Ei's sich der Nebel lichtete und nach und nach mehr Jungle und dann schemenhaft die Konturen der verschiedenen Tempel freisetzte. Völlig geflashed blieben wir sitzen und warteten, bis der Nebel sich ganz verzogen hatte, um das ganze Areal zu begutachten. Böse Zungen würden behaupten dass ich auf nen White-Schokolade-Mokka Kaffee mit laktosefreier Milch gewartet hab, das lasse ich unkommentiert, aber schön war es auch ohne Kaffee. 
Zurück am Boden schlenderten wir noch von Tempel zu Tempel ehe wir dann dem frühen Aufstehen und vielen Laufen Tribut zollen mussten und die Heimreise antraten. 

Nach einem phantastischen Sonnenuntergang über dem See geht unsere Reise morgen weiter in das benachbarte Belize.




Sonntag, 9. November 2014

07.-11.11.14 - Antigua

Was ein toller Einstieg in unsere erste Zentralamerika-Reise: Antigua! Was sich anhört wie der neueste Geländewagen aus Rüsselsheim entpuppte, sich als Schmuckkästchen.

Nach einem angenehmen 2 1/2 Std. Flug von Fort Lauderdale nach Guatemala City, ging es noch mit nem Mini-Van, nein nicht aus Rüsselsheim, direkt in Guatemalas alte Hauptstadt. Die Stadt ist mit ihren etwa 35.000 Einwohnern eine Kleinstadt im zentralen Hochland. Aufgrund der Höhenlage von 1.530 Metern sind ganzjährig Werte von 23 °C zu erwarten. Nachts kühlt es sich auf 14 °C ab. Eine eindrucksvolle Kulisse erhält Antigua durch die drei Vulkane Agua, Fuego und Acatenango. 

Als wir nach ein paar Serpentinen den Ortseingang wie aus dem nichts erreichten, nahm uns die kleine Stadt mit seinen Kopfsteinpflaster-Straßen, die links und rechts durch bunte Häuser gesäumt wurden, gleich in seinen Bann. 

Nachdem wir in den USA schon einen Family-Van bekommen haben, sollten wir in unserer Unterkunft bei San Carlos die Familien-Suite beziehen und ich frage mich, ob das alles als Zeichen gedeutet werden kann, oder unsere Eltern das alles arrangiert haben ;-) 
Anschließend machten wir uns sofort auf einen Streifzug durch die Stadt und um nach etwas zu essen zu suchen, hatten wir doch außer einem kleinen Frühstück am Flughafen den ganzen Tag nix gegessen und wir wissen was dass bei San bedeuten kann :-)
Die vielen kleinen Cafés, Restaurants und Läden wirkten alle sehr einladend, so das es nicht schwer war etwas zu finden. Anschließend ließen wir uns für den Rest des Nachmittages durch die Stadt treiben. 
Dass die Leute alle sehr freundlich zu uns sind, ist in sofern verwunderlich, weil wir Ihnen mit unseren drei Brocken Spanisch, die wir dank Wörterbuch und Händen und Füßen etwas aufgepeppt haben, einiges abverlangen. Aber bestimmt tragen wir so ordentlich zur allgemeinen Belustigung bei. Aber wir arbeiten dran. Ich bin mal gespannt, wie weit wir am Ende des Urlaubes damit kommen, oder gekommen sind. 

Dank des Jetlags begann der nächste Tag schon zur besten Lichtzeit für Fotografen und ich ließ mich nicht zwei Mal bitten. So schlenderte ich in den frühen Morgenstunden durch die leeren Straßen auf der Suche nach tollen Motiven. Es gibt hier mehr Motive als wir Morgenstunden haben werden, soviel ist mir klar geworden. 



Morgen geht es für für einen 2-Tages Trip nach Chichicastenango (Markt mit viiiel Gedöns für Sandra) und Panajachel am See Atitlan, ehe wir nach Antigua zurückkehren werden. 

PS: Weitere Bilder aus Antigua sind Online. 






Mittwoch, 15. Januar 2014

14.-16.1.14 - Sukhothai

Nach einem gemütlichen Frühstück und einem herzlichen Abschiedsdrücker unserer Vermieterin in Chiang Mai ging es zum Bus Terminal.
Dort angekommen staunten wir nicht schlecht, welche Luxuslinier dort standen, auch nicht als auf unseren Stellplatz Nr. 15 ein etwas in die Jahre gekommener Bus vorgefahren kam :-( Ein freundlicher Fahrer sollte uns entspannt und sicher die 5 Stunden mit jeder Menge Pausen von Chiang Mai nach Sukhothai bringen. Im Bus machten wir es uns erst mal gemütlich und richteten uns das Boardentertainment ein. Man nehme: 

1. aus meiner auf den Philippinenen ausrangierten Badehose den Bendel zum Zuschnüren 
2. befestigt den Bendel an den zwei Handgriffen am Vordersitz 
3. hängt das iPad samt Halterung rein
4. nimmt eine Thai-Kopfstütze (Knochen), damit der Winkel besser zum Anschauen des Films ist
5. jetzt noch eine Y-Adapter für zwei Kopfhörer und 
6. fertig ist das Reise-Entertainment alla McGyver (Dad, das habe ich von dir geerbt :-) )



In Sukhothai angekommen ging es noch mal kurz über den Markt. Hier haben wir das gesehen, was Viele in Thailand an jeder Ecke vermuten. Von einem Schwein wurden alle Einzelteile verkauft. Alle! Ein paar Insekten gab es gegrillt und ein paar Sachen wo es vielleicht besser ist, wenn wir nicht wissen was es ist. Gegessen haben wir in diesem Fall wo anders ;-)

In unserer 10 Euro/Nacht Unterkunft ausgeschlafen, ging es erst gegen Mittag von der Neustadt, wo unser Hotel liegt, stillgerecht mit einem alten Holzbus Baujahr gefühlt 1930 in den 12 km entfernten, alten Stadtteil Sukhothais. 
Dort angekommen haben wir uns erst mal ein Fahrrad gemietet und ein Beweisfoto von Sandra gemacht, als Nachweis dass ihr Soll an Radfahren für dieses Jahr schon jetzt erfüllt ist ;-) !!!



Mit dem Rad bewegten wir uns dann über das ca. zwei Quadratkilometer große Gelände. Die Anlage war schön angelegt und die Tempel (Wat) zum Teil noch gut erhalten. 
Überall spiegelten sich in den Wasserbecken die Palmen der Alleen und die Stupas der Tempel, also jede Menge Motive zum Fotografieren boten sich für mich an, die ich gerne dankend angenommen habe. 

Wir chillten etwas auf einer Parkbank oder gönnten uns einen Oreo-Shake, wenn wir nicht gerade mit dem Rad unsere Runde drehten und den Aufbauarbeiten für ein großes Festival in zwei Tagen zuschauten. Ein schöner Sonnenuntergang hinter dem Tempel, ließ die Herzen aller Anwesenden höher schlagen. Die Sonne kitzelte noch mal das letzte Licht des Tages heraus und färbte es in ein sanftes Orange, ehe sie verschwand und dem Vollmond Platz machte.

Nach dem Abendessen wollten wir uns noch etwas Obst vom Straßenhändler als Nachtisch gönnen. Als wir auf der anderen Straßeseite plötzlich einen Baby-Elefanten sahen. Nichts wie schnell von der Szene noch ein Beweisfoto machen. Als ich mich anschließend umdrehte schaute ich nicht schlecht, denn direkt neben Sandra stand ebenfalls ein zweiter Baby-Elefant! 

Ein schöner Abstecher geht heute zu Ende, denn für uns geht es weiter nach Bangkok, wo wir hoffen das die aktuellen Proteste unseren Aufenthalt nicht weiter beeinflussen. 



Donnerstag, 1. März 2012

(27.2.-2.3.12) Tage 73-77 - Siem Reap/ Tempel von Angkor

Nachdem Busfahren mit "The Sinh Tourist" wenig Platz für Außergewöhnliches bietet, sollte es die Fahrt zum Bus sein, die uns bei heissen Temperaturen cool bleiben lassen musste.
Die TukTuk-Fahrer vor der Tür des Hotels haben uns quasi angesprungen, alle auf einmal, und wir hatten uns für den falschen entschieden, was wir erst drei Ecken weiter feststellten. Obwohl er uns versicherte er wüsste wo die Adresse sei, die wir ihm zeigten, verlangte er noch mal die Visitenkarte, "I know, I know" kam es wieder vom Fahrersitz bis zur nächsten Ecke. Diesmal schon etwas cleverer wollte er dort anrufen um sich den Weg erklären zu lassen. Uns lief allmählich die Zeit davon, hatten wir keinen Puffer von 30 Min für 5 Min Fahrtstrecke eingeplant. Wieder ein "I know, I know" und weiter ging die Fahrt. Als wir eine Ecke wieder erkannten und feststellten dass er gerade in die falsche Richtung weiter fahren wollte, ertönte diesmal von uns von hinten ein schrei "Stopp, left, left" inkl. intensiver und eindeutiger Handbewegungen. Das ging den Rest der Strecke so weiter, da wir uns auf den Hinweg die eine oder andere Ecke gemerkt haben. Sonst hätten wir den Bus nie erreicht und würden immer noch mit "I know, I know" im Kreis fahren. Leider waren einige der Befehle von hinten so eindringlich dass er, gegen Einbahnstrassen, im Gegenverkehr und über Tankstellen als Abkürzung roter Ampeln fuhr. Davon wollen wir uns hiermit allerdings distanzieren!

Die 6 Stunden (für 380 km) Busfahrt zogen sich diesmal wie Gummi. Es war aber landschaftlich sehr interessant. Als es über das flunderflache Land, vorbei an einfachen Bauernhäuser, auf Strassen die zum Teil in Deutschland nicht mal den Bezeichnung "Feldweg" bekommen würden, ging, machten wir uns Gedanken über Land und Leute.
So unter anderem über die Verbrechen der Roten Khmer (http://de.wikipedia.org/wiki/Rote_Khmer), die damals alle Gebildeten (ca. 3 Millionen Menschen) umbringen liessen, um einen Bauernstaat zu gründen und die Zusammenhänge mit der jungen Bevölkerung Kambodschas.
So sind 40% der 14 Millionen Einwohner unter 15 Jahren, wobei die Durchschnitts-Lebenserwartung bei gerade mal 60,5 Jahren liegt.

Irgendwann sollten wir dann doch ankommen und fuhren zum Hotel was wir uns rausgesucht, aber nicht reserviert hatten. So sollten wir feststellen das wir nur max zwei Nächte bleiben konnten, da sie ausgebucht waren. Super, das hiess wieder umziehen und einen weiteren Tag aus der Tasche leben (was bei uns einfach heisst: gar nichts auspacken, denn aus der Tasche leben wir ja seit drei Monaten).
Nachdem wir die letzten Tage immer nur für eine Nacht irgendwo gewesen sind, wünscht man sich auf die Dauer, endlich mal wieder einen Schrank zu haben den man einfach auf- und zumachen kann, wo einfach alles drin liegt.

Hatten wir noch am Abend überlegt, ob wir wirklich schon zum Sonnenaufgang am nächsten Tag aufstehen wollten um uns den ersten Tempel anzuschauen, bevor wir uns um eine neue Bleibe kümmern wollten, wurde uns die Entscheidung von der Hochzeitsgesellschaft neben dem Hotel abgenommen. Denn die liess bereits um kurz nach 5 Uhr die erste traditionelle Band in entsprechender Lautstärke spielen. Immerhin sollte das für sie ein freudiger Tag werden und jeder durfte oder sollte es wissen. So standen wir schon gegen 6 Uhr am Strassenrand und kümmerten uns um ein TukTuk. Etwa 30 min später waren wir, als einer der Wenigen am Tempel Ta Prohm und konnten unter dem Licht der aufgehenden Sonne uns entspannt fortbewegen und Bilder machen. Hier gab es unter anderem den Baum, der so wie es scheint, auf dem Dach eines Hauses herausgewachsen ist. Nach etwa eine 3/4 Stunde später trafen die ersten Busse "voll wie" ääääh MIT Russen ;-) ein und schnell war die morgendliche Gemütlichkeit vorbei. Auf dem Rückweg zum Hotel sahen wir dann so viele Busse uns entgegen kommen, dass es fast nach einer Invasion aussah. Schon jetzt entschieden wir uns uns gegen unseren, vor allem meinen, Biorhythmus um morgen noch zeitiger aufzubrechen.

Nach dem Frühstück, wechselten wir das Hotel und sollten von nun an im neu restaurierten "Claremont" wohnen und erfreuten uns erst mal über den Pool, war es mittags doch 34 Grad heiss geworden.

Ben, unser TukTuk Fahrer holte uns am nächsten Morgen oder besser nachts um 5:45 Uhr wie besprochen vom Hotel ab, denn heute stand Angkor Wat zum Sonnenaufgang und Angkor Thom anschliessend auf dem Programm. Wie heisst es so schön: "der frühe Vogel, ...", nicht hier, nicht heute, nicht wir! Schon auf dem Hinweg wurde klar, dass wir diesmal nicht so schön allein sein sollten wie am Vortag. Und als wir in Front des Angkor Wat traten, sassen dort schon hunderte von Leuten die darauf warteten, das der liebe Herrgott oder wer immer da oben für das Licht verantwortlich ist, nun endlich den Schalter findet und das Tageslicht anmacht.
Es hatte eher etwas von dem Champions League Finale, wo hunderte Fotografen warten dass die Sieger-Mannschaft den Pokal in Empfang nimmt und hochhält, nur um in dem einen Moment das perfekte Foto zu machen. So taten wir es Ihnen gleich, ehe wir in den Tempel hinein gingen.
In den heiligen Hallen des Tempels wurden u.a. schon Filme wie Tomb Raider gedreht - nun flanierten wir hier entlang. Das Licht war perfekt für Fotos und die Kulisse sensationell. Hier und da waren einige der einst fein ausgearbeiteten Wandbildern vom Regen ausgewaschen, aber man konnte sich den gigantischen Tempel in seiner vollen Pracht noch sehr gut vorstellen.
Passend dazu finde ich das Zitat aus unserem Stefan Loose-Reiseführer: "Es gibt nichts, das den Besucher auf die Erhabenheit von Angkor Wat vorbereiten könnte. Die fünf maiskolbenförmigen Türme halten den Blick gefangen, während man sich in Gedanken vor den Erbauern dieses Meisterwerks verneigt, das um 1150 dem Hindugott Vishnu geweiht wurde. Jeder Winkel enthüllt detailliert gestaltete Skulpturen. Hinter jeder Ecke übertrifft eine Sehenswürdigkeit die vorherige."

Anschliessend ging es zum Angkor Thom (Bayon), dieser Tempel bestach durch die vielen in Stein eingearbeiteten Gesichter.

Schon fast auf dem Rückweg entschieden wir, dass
wir doch heute noch Tempel Nr. 4 anschauen wollten und nicht erst morgen wie geplant. Ben unser Fahrer nannte einen neuen Preis und wir nahmen Kurs auf unser neues Ziel, nicht aber ohne ein Frühstück auf dem Weg dort hin einzunehmen.

Beim Frühstück erzählte uns Ben von seinem Leben und seiner Familie. So erfuhren wir, u.a. dass die Schule hier monatlich bezahlt wird, die 20 Dollar für die Kleinsten kostet (das monatliche Durchschnittseinkommen liegt bei 70 Dollar). Kann man einen Monat die 20
Dollar nicht aufbringen, darf das Kind nicht zur Schule.
Sein TukTuk hatte eine Bauzeit von 6 Monaten und 850 Dollar gekostet, die er nur dank seines Onkels aufbringen konnte und sie ihm zurück zahlte, sobald er das Geld hatte. Was hier natürlich einige Zeit dauerte.

Wenn es einem nicht schon bei der Unterhaltung mit Ben klar geworden wäre dass hier Welten aufeinander brechen, dann spätestens bei der anschliessenden Fahrt zum 23 km entfernten Banteay Srein.
Es ging durch die "Countryside" was dem Landleben hier entspricht. Hier lebte man noch ganz einfach, da müssen wir zuhause schon einen Sonntags-Ausflug in den Hessenpark machen, um uns vor Augen zu führen wie hier immer noch gelebt wird. Das Groteske daran ist, dass es immer noch Menschen gibt, die ein solches Land bereisen und sich über die Internet-Geschwindigkeit in Hotel-Rezessionen beschweren, während hier noch Wasser aus dem Brunnen geholt wird und selbst Strom nicht als selbstverständlich gilt.

Während der Fahrt konnten wir die Verkehrsregeln auch gut studieren:
BUS stärker als LKW, LKW stärker als PKW, PKW stärker als TukTuk, TukTuk stärker als Motorrad, Motorrad stärker als Fahrrad und Fahrrad stärker als Fußgänger, wobei stärker = Vorfahrt bedeutet. So einfach ist das :-)

Der kleine Schrein war noch gut erhalten und wartete mit allerhand kleiner Details auf seine Besucher. Es ist für mich immer wieder faszinierend zu sehen, zu was Menschen damals schon in der Lage waren. Einer der Besucher meinte, er könne eine der dort gesehen Tafeln mit heutiger Technik in einem Monat nach bauen und ohne in einem halben Jahr. Ich könnte mit weder noch, nur etwas ähnliches anfertigen. Schon gar nicht in der Präzession und mit den damaligen Werkzeugen.

Zurück im Hotel holten wir erst mal unseren Schlaf nach ehe es zum zweiten Highlight, meinem Geburtstagsgeschenk, Quad fahren ging.
Nach einer kurzen Einweisung und einer Probefahrt ging es auch schon los über Stock und Stein wieder Richtung Countryside. An den Wegrändern standen überall Kinder, meistens nackt, und winkten uns zu. Einer winkte San mit einer Hand zu, während er mit der anderen im hohen Bogen pinkelte. Ach Kind müsste man noch mal sein :-)
Auch hier wurde deutlich, warum das Durchschnittsalter so gering ist, war die Anzahl der Kinder doch enorm gross. Jugendliche wurden voll in die anfallenden Arbeiten mit eingebunden und gingen so z.B. mit den Büffeln, Kühen usw. spazieren, mit einer Selbstverständlichkeit, wie bei uns mit
Hunden um den Block gegangen wird. Zurück am Ausgangspunkt erhielten wir noch ein Zertifikat ehe es zurück Richtung Hotel ging.

Auf dem Weg morgens zum Tempel sollten wir an der Kinderklinik vorbei kommen, die ein Schweizer Arzt nur von Spendengeldern seit einigen Jahren betreibt. Jeden Donnerstags und Samstags gibt er in der Stadt ein Cello-Benefiz-Konzert (mehr Infos www.beatocello.com). Es war beeindruckend wie viele Eltern, meist Mütter, mit ihren Kindern hier schon morgens zwischen 5 und 6 Uhr in einer ca 150 m langen Schlange vor dem Hospital warteten, damit ihre Kinder dort kostenlos behandelt wurden, da sie sich eine ärztliche Behandlung sonst nicht leisten können. Was ein bewundernswertes Lebenswerk des Schweizers!

Am nächsten Tag sollten wir dann nochmal von unserem 3-Tages-Ticket für Angkor Wat Gebrauch machen und uns den Sonnenuntergang dort anschauen.

Update: nach Kolijas Tüten-Theorie haben wir uns tapfer geschlagen. So sind wir mit blauen, grünen, rosafarbenen und sogar zwei weissen Tüten aus dem Night-Market zurück gekehrt. Bis auf die blaue also super, aber keine schwarze, was einen ganz schlechten Deal für den Käufer bedeutet hätte :-)





Sonntag, 5. Februar 2012

(1.-5.2.12) Tage 48-52 - Bagan, die Tempel-und Pagodenstadt

Bevor wir unsere dritte und letzte Station von Myanmar erreichen sollten, stand als erstes Abenteuer für den Tag mal wieder "Fliegen" auf dem Programm.

Das Taxi und Boot zum Flughafen 45 Dollar, der Flug 80 Dollar, der Gesichtsausdruck der Bagan Air-Angestellten unbezahlbar, als wir ihr sagten, wo wir hinwollten!
Ihr fiel alles aus dem Gesicht, als wir ihr sagten dass wir nicht nach Yangon (stand auf dem Schild hinter ihr), sondern Bagan wollten. Die Flug Nr. passte, aber das Ziel nicht, wie auch immer das sein kann. Sofort rief sie einen Kollegen und beide blätterten in einem Schnellhefter mit Klarsichthüllen herum, wo wohl alle Flug-Verbindungen drauf standen. Schnell war klar dass wir erst mal nur nach Mandalay kommen würden, um dort umzusteigen Richtung eigentliches Ziel.
Wenn man darauf eingestellt ist und am Zielort keine Verabredung mit irgendwelchen Taxis hat, sieht man das schon gleich viel entspannter.
Nicht klar war dagegen, welche Aufkleber wir nun bekommen sollten. Erst den einen, dann nen anderen, dann doch wieder den ersten und zum Schluss hatten wir beide. Den Security Check hat San übersprungen, weil keiner kam. Der Flieger hatte Verspätung so dass wir dann doch etwas gespannt waren, ob wir den Anschlussflug nach weniger als 20 Minuten nach Landung kriegen würden.
In Mandalay angekommen, genossen wir VIP-Status: Im Flieger kamen kurz nach der Landung - noch auf der Landebahn - die Stewardessen auf uns zu und signalisierten uns, dass wir als Erste die Maschine verlassen müssen. Gesagt, getan. So wurden wir zum Ausgang der ATR-72 eskortiert um direkt nach Öffnen der Türen die Treppe hinunter zu nehmen, wo ein Mann uns in Empfang nahm und signalisierte wir müssen schnell in den Bus und vorne beim Fahrer Platz nehmen. Dafür warteten wir dann vergebens dass der Bus los fuhr, stattdessen bis der Letzte aus der Maschine ganz gemütlich die Treppe herunter kam und in den Bus einstieg!? So kommt man auch mit anderen Reisenden ins Gespräch, die sich nämlich wunderten, warum wir erst so abgeführt wurden und jetzt nicht schon im nächsten Flieger sitzen.
Im Terminal das gleiche Spiel: Vorbei an "gut und böse", standen wir da im Wartebereich für die Gates (es gibt nur eins für alle Flüge), um festzustellen dass die Flugzeit auf unserem Ticket, die uns die Dame in Heho erst gezeigt und dann gestempelt hat, nicht stimmte sondern der Flieger nun eine Stunde später fliegen sollte. Auch da blieben wir entspannt, formulierten aber schon mal eine Mail an unsere Reiseagentur.

Endlich in Bagan angekommen, trauten wir unseren Ohren kaum. 10 Dollar für max 15 min Fahrt zum Hotel. Die drei anwesenden Taxifahrer waren sich einig, dass sie einen Durchschnitts-Wochenlohn (der Wert ist eine Annahme und nicht recherchiert) pro Fahrt verdient haben. Das war es wieder dieses Gefühl der Abgezocktheit, wie man es hier leider sehr häufig hat!

Es war schon spät, also auf zum Hotel. Dort angekommen trauten wir den Augen kaum. Zwei Matratzen auf dem Boden und ein Ekelbad warteten für offiziell 29 US-Dollar auf uns. Ein anderes Zimmer gab es nicht und zum Hotelwechsel war es dank Reiseagentur und Bagan Air jetzt zu spät.

Nach einer kurzen Nacht, dank des betenden Mönchs nebenan, der den gesamten Ort drüber informieren wollte dass und was er betet, wurden wir um 5:35 Uhr von einem Truppenwagen der Engländer aus dem Zweiten Weltkrieg abgeholt. Das hatte Stil. Ziel des Busses war unsere Abflugsbasis für den "Ballon over Bagan" Flug, in dem wir den Sonnenaufgang über den tausenden von Tempeln, Pagoden und Stupas erleben sollten. Dass ich es überhaupt erleben durfte, verdanke ich zwei Immodium akut kurz vor Abflug, hatte ich die Magenbeschwerden nicht wie San am Inle Lake gelassen.

Der Rundflug dauerte ca. 40 Minuten und war traumhaft schön und ein Erlebnis, das in Erinnerung bleibt. All die Tempelanlagen und Pagoden, die im Morgendunst nach oben ragen um die ersten Lichtstrahlen des Tages einzufangen. Es war atemberaubend!
Nach der unsanften aber sicheren Landung auf einem Feld (die härteste wohl seit langem), erwartete uns ein Sekt-Empfang. San meinte das hatte schon etwas von Afrika-Safari, wo dann irgendwo in der Wüste ein 'Tischlein-deck-dich' stattfindet und man genüsslich zusammen kommt um den Tag Revue passieren zu lassen. Ich fand es hat das Gesamtbild abgerundet. Erst dieser alte (insgesamt 6 Stück), aber gut erhaltene Bus, der einen vom Hotel abholt, der Flug und zu guter Letzt der Sektempfang im Licht der aufgehenden Sonne auf einem Feld: WOW!

Zurück im Hotel frühstückten wir schnell und schnappten uns dann zwei Räder um ein neues Hotel zu suchen. Schnell wurden wir fündig und fanden so ein wirklich schnuckeliges Hotel mit viel besserem Zimmer, ohne Ekelfaktor bei gleichem Preis. So packten wir die Sachen und zogen um :-)

Den Rest des Tages verbrachten wir ebenfalls auf unseren Fahrräder und erkundeten auf eigene Faust einige der umliegenden Tempel und Pagoden, die wir am Morgen noch aus der Luft bewundert haben.
Leider hatte ich meine Packung Kekse vergessen, so dass ich San, als sie zwischendurch Hunger bekommen hatte, kaum zum Weiterfahren bringen konnte, so dass die Stimmung zu kippen drohte, wenn wir nicht bald etwas Essbares finden würden. Ich stellte mal wieder fest, dass der Snickers-Slogan: "Du bist nicht du, wenn du Hunger hast!" auf meine kleine Sandra maßgeschneidert ist ;-) Ein Snickers gab es hier nicht, aber dafür etwas anderes essbares, ehe wir weiter durchs Land fuhren. Auf meinem Einkaufszettel stehen Kekse jetzt ganz oben ;-)

Nach dem Sonnenuntergang ging es müde vom lagen Tag und völlig zugestaubt, nach der erlösenden Dusche und etwas zu Essen zeitig ins Bett.

Nach der sportlichen Betätigung gestern, sollten wir uns den nächsten Tag Pferdestärken gönnen. Genau genommen eine! Wir griffen vor unserem Hotel eine Kutsche auf und starteten in den Tag. Ziel war es neben einer Vielzahl weiterer Tempel und Pagoden in die Stadt Nyaung-U zu kommen, um uns dort erst die goldene Pagode anzuschauen, ehe wir Mittagessen (hatte noch keine Zeit gehabt Kekse zu kaufen) und das anschliessende Kaffeetrinken in dem gemütlichen Black Bamboo Café verbinden sollten.

Auf dem Rückweg beglückten wir Strassenhändler mit ein paar Dollar, ehe wir nach ein paar weiteren Tempeln am letzten Stopp angekommen waren. Der Sonnenuntergang von der Spitze eines Temples. Leider konnte ich das Lichtspektakel nicht geniessen, lies die Wirkung der Imodium Akut nach und fesselte mich auch nach Ankunft im Hotel für den Rest des Tages an die Toilette :-(

PS: Neue Bilder (inle lake und Bagan) sind online.


Mittwoch, 25. Januar 2012

(22.-26.1.12) Tage 38-42 - Bangkok

Vom Norden Thailands in die Mitte und somit in das Herz des Landes: Bangkok. Die quirlige Stadt am Chao Phraya Fluss, sollte unsere Bleibe der nächsten Tage sein. Auf der ToDo-Liste standen diesmal Sachen, für die wir beim letzten Mal zu wenig Zeit hatten - u.a. Tagestouren nach Ayutthaya und Floating Market.
Aber erst mal stand Shooooooooping auf dem Programm, hatte San sich doch schon seit dem Abflug darauf gefreut. Sie kam etwas ernüchtert wieder, war die Ausbeute nicht wie erwünscht ausgefallen und die Preise, wie bei fast allem in Thailand, angestiegen in den letzten zwei Jahren.

Nach der mageren Shoppingausbeute des ersten Tages kam die Erfüllung am zweiten Tag. Nach dem Besuch im MBK (dem Marken-Fake-Kaufhaus überhaupt), ging es nochmal ins Paradies (für Frauen), das Platinum, zum Shoppen. Hier sollten uns schon die ersten Vorboten des Chinese New Year auf der Strasse und in der Mall erwarten. So trommelten meist mehrere Trommler während eine Dutzend anderer Chinesen den Drachen tanzen liessen. Im Foyer des neu eröffneten Novotel wurde es uns dann zu laut und wir konzentrierten uns weiter auf das Einkaufen im drunterliegenden Einkaufsmekka, denn es stand Chinese New Year auch noch für Abends auf dem Programm.

Unsere Reise in das Jahr 2555 startete, nach dem wir unsere Schnäppchen-Beute der Jagd im Hotel abgeladen hatten.
Ja genau, 2555, denn während wir noch damit beschäftigt waren einen zu finden, den wir ans Kreuz hängen konnten, wurde hier schon fast 550 Jahre Silvester gefeiert :-)

In China Town angekommen, wurde uns schnell klar dass wir die falsche Klamotten-Wahl getroffen hatten. Waren doch fast alle mit roten Shirts oder sogar chinesischen Trachten-Kleider gekleidet.
An den breiten Strassen des Viertels waren an den Strassenrändern Essenstände verschiedenster Art aufgebaut. Den Rest der Strasse füllten tausende von Menschen auf. Es war die Hölle los. Zwischendrin immer mal wieder einer dieser Trommlergruppen die wir bereits Mittags in der Stadt gesehen hatten. Kurs bevor wir gegangen sind, hatten wir dann noch die Chance eine der Töchter des Königs zu sehen, als sie dem Event einen Besuch abstattete und direkt vor uns aus einem Wagen stieg. Alles in allem ein sehr interessanter Abend an dem wir gerne noch länger geblieben wären, allerdings stand am nächsten morgen sehr früh aufstehen und die erste der zwei Tagestouren an.

Die erste Tour sollte uns nun endlich zum bekannten Floating Market vor den Toren der Stadt führen. Es gibt noch einige dieser Märkte, aber der den wir besuchten, ist der originale und besteht seit 40 Jahren, weil der damalige König anordnete, mehr Wasserkanäle für den Transport zu bauen. Heute dient heute er in erster Linie als Touristen- Attraktion.
Nach knapp 2 Stunden Fahrt erreichten wir den Markt, wo das Handeln und Feilschen schon im vollen Gange war. Es war schön anzusehen, wie die Händler ihre meist Lebensmittel von den Booten aus anboten, aber noch viel mehr wie sie diese auf den Booten zubereiteten. Was andere in einer ganzen Küche nicht schaffen, wurde hier in einer schwimmenden Nussschale gemacht. Auch schön anzusehen war, wie immer wieder der Verkehr auf den Wasserstrassen zusammen gebrochen ist, weil mehr und mehr Touristen kamen und in die Boote stiegen und irgendwann zuwenig Platz da war. Wie immer, wenn es zum Stau kommt, zuviel von irgendwas auf zu wenig Platz :-)

Fazit des Tages, die Tour bietet sich nur an für Leute die mehre Tage in Bangkok sind oder schon ein paar mal da waren, ist der Zeit-Invest sonst zu gross für das Gebotene.

Schon an nächsten Morgen stand die Ganz-Tagestour nach Ayutthaya, der ehemaligen Hauptstadt Thailands, an. Es ging wieder einmal seeehr früh los, wollten wir uns doch drei tolle Tempel und eine Sommerresidenz anschauen.
Los ging es mit der traumhaften Sommerresidenz, da der König sich von seinen Reisen u.a. in Europa inspirieren lies, veranlasste er dass einige der Gebäude dem nachgebaut wurden was er dort gesehen hatte. So kamen wir uns bei einigen Bauten doch heimisch vor, waren sie im Renaissance-Stil erbaut und wirkten eher fremd in ihrer Umgebung hier.

Weiter ging es zum "legen..." - achtung es kommt gleich - "...dären" (Insider aus der Serie: "How I meet your mother") Buddha-Gesicht in einem Baum. Eines der grössten Irrtümer zu diesem Gesicht ist, dass es dort eingeschnitzt wurde. Die Erklärung zu diesem "Phänomen": als 1767 die Burmesen Ayutthaya zerstört haben, suchten sie nach dem vielen Gold, welches die Siamesen versteckt hatten. Die Burmesen vermuteten das Gold in den Tempeln und haben in vielen Tempeln den Buddha-Statuen die Köpfe abgeschlagen, um dort das Gold zu finden. Nach der Zerstörung lagen überall Köpfe herum und um einen dieser haben sich Baumwurzeln geschlungen. Ausserdem haben wir den drittgrössten liegenden Buddha gesehen. Zurück nach Bangkok ging es mit dem Schiff, auf dem schon Essen auf uns wartete. Waren wir doch vom Herumlaufen in der Hitze (36 Grad) doch ausgehungert.

Auf der Rückfahrt ereignete sich dann noch die Geschichte, der ich einen extra Blog-Eintrag (Geschichten die das Leben schreibt) gewidmet habe.

Abends stand für uns das Mammut-Projekt, aus zwei mach eins, auf dem Programm. Da wir in Myanmar auf den Inlandsflügen weniger Gepäck mitnehmen dürfen, musste eine Tasche samt Inhalt in Bangkok bleiben, bis zu unserer Wiederkehr in knapp zwei Wochen. Mit der anderen reisen wir gemeinsam weiter. Wir verstreuen uns Hab und Gut überall in der Region :-) Irgendwo muss hier auch noch eine Kiste mit einem Kubikmeter Handwerkskunst von uns herumstehen und auf den Versand nach Deutschland wartet.

Morgen starten wir in das Abenteuer Myanmar.

P.S. Auf einem der Bilder am Fluss ist ein Haus zu sehen: Der braune Rand ist die Wassermarke bis zu der Wasser mehrere Wochen bei den schweren Überflutungen Ende letzten Jahres stand.

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