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Sonntag, 2. September 2012

Fazit Bali 2012

Marco:
- viiiiiel zu viel Klamotten dabei (weniger als zu letzt und immer noch zu viel)
- nicht mehr im Voraus buchen, auch wenn Hochsaison ist, es macht einen nur unflexibel
- die Unterwasser-Welt in und um Bali ist auch ohne Mola-Mola sehr schön, besonders die Divesides um Nusa Lembongan (UPDATE: es hat nicht sollen sein, denn an unserem Abreisetag haben die Jungs vom BCD Diveshop die Mola-Mola-Fische gesehen :-(
- neue Stufe der Thai (Airline) Gelassenheit kennengelernt
- bei den französischen Reiseanbietern gab es Bali zum halben Preis
- das schönste -abgesehen vom Kunsthandwerk- an Bali, sind die Nachbarinsel. Das letzte mal die Gilis und nun Nusa L.

Sandra
- so viel Klamotten ungetragen hatte ich noch nie
- nochmal Bali brauch ich nun wirklich nicht mehr, auch wenn die Insel besser war als das letzte Mal, aber warum Leute von Bali soooo schwärmen, hat sich mir noch nicht erschlossen
- Tauchen ist nett, aber es wird wohl nie mein bester Freund
- wenn du deinen Nachbarn ärgern willst, schaff dir zehn Hähne an und er schläft jeden Tag maximal bis 6 Uhr

Samstag, 1. September 2012

(28.8-2.9.12) Nusa Lembongan

Bhono, der Manager unserer neuen Bleibe auf der Nachbarinsel Balis, Nusa Lembongan, holte uns höchst persönlich in Candi Dasa ab. Grund: Am nächsten Tag war "Galungan"*, ein Hindu-Feiertag und da er Christ ist wollte er seine Mitarbeiter entlasten so dass sie frei hatten.
Er ist bereits viel herumgekommen in seinem Leben und konnte sehr unterhaltsam seine Lebens- und Frauen-Geschichten erzählen, so dass die Stunde Fahrt nach Sanur sehr kurzweilig war.
Am Pier in Sanur angekommen, ging es dann mit nem Fast Boat wirklich "fast" rüber. Das Boot schlug zwei mal so hart auf den Wellen auf, dass wir fast mit dem Kopf an der Decke angeklopft hätten :-) Der Japanerin hinter mir ist die ganze Nummer nicht so gut bekommen, denn sie übte sich im Rückwärtsessen und das machte sie sehr erfolgreich :-(

Bhono, der lustige Vogel erzählte uns dann abends auf der Terrasse der Nachbarfamilie bei einer Flasche Arak (einheimischer Hochprozentiger der nach sehr alten Sport-Socken schmeckt und bei uns höchstens als Folterinstrument eingesetzt werden würde) Geschichten anderer, meist französischer Gäste. Wir haben viel gelacht und besonders die Lache der Mutter der Familie hallt bestimmt noch einige Zeit in unserem Ohr nach.

Die Tage am Mangroven Wald verbrachten wir in unserer teuersten Unterkunft der Reise, sehr stilvoll und ruhig. Neben einem sehr geräumigen Innenleben, konnten wir von unserer Terrasse direkt ins Meer springen, wenn es denn dank Ebbe da war.
Einem Schweizer Designer/Innenarchitekt gehört die Anlage und entsprechend war sie auch gestaltet. Tagsüber kamen ein paar Schnorchelfreunde, um das vor dem Mangrovenwald beherbergte Korallen-Riff zu besuchen oder einen Rundgang bzw. -fahrt durch den Wald zu machen. Egal was, am frühen Abend waren alle wieder weg inkl. unserer französischen Nachbarn. So dass wir am zweiten Abend ganz alleine waren und die absolute Ruhe, die dort herrschte, genossen.
Am nächsten Morgen sollten wir wie geplant diesen idyllischen Ort verlassen und mehr Richtung Zentrum der Insel wechseln. Nicht das uns die Ruhe noch auffrisst ;-)

Das ganze machten wir stilvoll wie die Einheimischen: ein alter Scooter, unser Fahrer, wir + Gepäck + Rucksack.
Also Reisetasche auf die Oberschenkel und auf dem letzten Zipfelchen Sitz noch platzgenommen und los ging die Fahrt, über nicht wirklich befestigte Strassen ab ins Zentrum.

Gut angekommen im Bunda7 Bungalow, mussten wir erst mal leider feststellen das wir nicht wie durch die Webseiten Fotos propagiert einen Strandzugang hatten :-( Auch das Personal sollte sich in den folge Tagen als wenig ambitioniert herausstellen.

Mittags mieteten wir uns dann einen eigenen Scooter um die Insel und ihre Badebuchten zu erkunden.
Das Wort "katastrophal" beschreibt den Strassenzustand an den guten Teilabschnitten, was uns aber nicht vom Fahren abhielt.

Auf der kleinen Nachbarinsel, die wir per Holzhängebrücke erreichten, konnten wir zwei Surfer bei dem Versuch meterhohe Wellen zu reiten, beobachten. Den sie dann allerdings nach einiger Zeit abbrachen.

Die letzten beide Tagen sollten noch mal dem Versuch gelten die Mola-Mola Fische zu sehen.
Doch die Jungs vom Blue Corner Dive (BCD) erloschen den Gedanken schon im Keim. Denn die Crystal Bay, wo die Wahrscheinlichkeit bei fast 100% liegt, wurde von der Polizei nach mehreren Unfällen, davon drei tödlich, für eine Woche gesperrt. Zuletzt waren dort weit mehr als 200 (!) Diver.
So begnügten wir uns mit einigen wirklich wunderschönen Unterwasserwelten rund um die Insel. Auch ohne Mola-Mola Fische gab es hier sehr viel zu sehen.

Morgen geht es erst zurück nach Bali und dann weiter nach Bangkok. Mal schauen ob Sandras Hochzeitskleid schon fertig ist :-)


* ein alle 210 Tage stattfindender Feiertag für die Götter, die herab steigen. Dafür baut jede Familie einen "Penjar", eine Art Hängelampe aus Bamboo mit verschieden Verzierungen und Opfergaben um die Götter Willkommen zu heißen und wohl zu stimmen. Dieser Penjar wird bereits Tage vorher vorbereitet, was wir sehr eindrucksvoll verfolgen konnten.

Montag, 27. August 2012

(24.-28.8.12) Candi Dasa - Nordost Bali

In Candi Dasa sicher angekommen, ist uns direkt aufgefallen dass wir bei unserem letzten Besuch auf Bali hier gestoppt haben, um Mittag zu essen.

Aber wir wussten nun auch, was Lisa mit einer sehr stark befahrenen Strasse meinte! Candi Dasa ist quasi an die einzige Küstenstraße gebaut worden, oder umgedreht, was nun den kpl. Nord-Süd-Verkehr ertragen muss :-(

Wir waren heil froh dass unser Fahrer am Ende der Ortschaft ins Nichts abbog und ein gutes Stück weiter gefahren ist, vorbei an ein paar Villen die vermietet wurden und der ein oder anderen kleinen, sehr netten Bungalow-Anlage, bis das Puri Oka Schild auftauchte. Unsere neue Bleibe!
Weit weg von der Strasse und da wir uns ein Zimmer im ersten Stock aussuchten mit direktem Meerblick und das Einzige was zu hören war, waren die Wellen die an Land rollten.
Etwas besser als gepimpte Scooter und LKWs die mit 80 durch den Ort knallen :-)

Wir knallten uns erst mal an den Pool und genossen den Nachmittag.
Was, wenn wir ehrlich sind, auch in den darauf folgenden Tagen sich nicht viel änderte :-) Aber man soll ja im Urlaub auch mal nichts tun und den Akku wieder aufladen, hab ich gehört.

Die Aufladung wurde nur einmal unterbrochen als wir mit den Bali Bubbles in Padangbai tauchen gewesen sind. Neben dem, dass wir unser Repertoire der Unterwasser-Lebewesen weiter erweitern konnten, ist wohl unser zweiter Tauchgang erwähnenswert. San wollte zu Beginn schon einfach nicht sinken und stieg später immer wieder mal auf, was sie wie eine Boje bei starkem Wellengang wirken ließ ;-)
Zu guter Letzt, habe ich kurz vor Schluss beim Versuch ein Foto zu machen, noch Wasser ins Ohr bekommen, was den Druckausgleich unmöglich machte ... was ein Tauchgang! Denke unser niederländischer Tauchmaster war froh als es vorbei war - wir auch.

Am letzten Tag mieteten wir uns noch mal ein Scooter, um den schönsten Strand Bali's zu finden. White Sand Beach, hier war der Name Programm! Die Anreise in die Bucht war allerdings eine Herausforderung für Fahrer und Maschine, ging es über Stock und Stein und im steilen Winkel den Abhang herunter. Aber es hat sich gelohnt! Wir wurden mit kristallklarem Wasser, feinem weißen Sandstrand belohnt und selbst das Wetter hatte eine Einsicht, denn nach Regen in der Nacht und am Morgen hat es sein sonniges Lächeln dazu beigetragen.

Nun geht unsere Bali-Rundreise weiter, auf die vorgelagerte Insel Nusa Lembongan.

Samstag, 25. August 2012

(21.-24.8.12) Amed

Unser Fahrer Imade war mal wieder mehr als pünktlich und so ging unsere ca 2-stündige Weiterfahrt auf Bali nach dem leckeren Frühstück auf unserer Terrasse, mit Blick über die Reisfelder wo sich im Hintergrund der Vulkan aufbaute, pünktlich weiter.

Mit dem Auto Richtung Amed stoppten wir erst mal bei einer kleinen Farm die uns Imade ans Herz legte. Hier konnten wir lernen wie das ganze Obst und Gemüse, was wir hier tagtäglich essen, wächst. Es war interessant, zumal ich auch zum ersten mal Kaffee- und Kakao-Bohnen in nicht abgepackter Version gesehen habe :-) Auch etwas was ich nur aus dem TV kannte, war eine Art Katze/Marder die ebenfalls die Kaffeebohnen liebt, allerdings direkt vom Baum. Diese werden dann nach dem Essen von ihrer Magensäure angereichert und in einem Stück wieder ausgeschieden (sieht etwa so aus wie ein Erdnuss-Riegel). Nach Reinigen und Weiterverarbeitung entsteht dadurch einer der teuersten Kaffeesorten der Welt. Von dem ich mir dann zur Feier des Tages erst mal eine Tasse gönnte.

Weiter auf unserer Fahrt nach Amed stand noch der Besuch beim wohl größten und bekanntesten Tempel der Insel, dem "Pura Besakih" auf dem Programm.

Den an einem Berg gelegenen Tempelkomplex erreichten wir mit unserem Guide bequem per Scooter-Zubringer. Angekommen erzählte uns der junge Guide von den Hindu-Gepflogenheiten und Bräuchen und alles über den Komplex an sich.
Das Ganze passierte natürlich alles nicht, ohne dass wir wie so oft für einheimische Touristen als Fotodekoration dienen dürften. "Du wirst nicht glauben was wir gesehen haben als wir zum Tempel gepilgert sind: zwei Deutsche. Wir haben gleich mal nen Gruppenfoto gemacht!" So und ähnlich stelle ich mir die einheimischen Unterhaltungen vor, wenn sie ihren Verwandten von ihrem Urlaub auf Bali berichten :-) Gut wir haben dann gleich auch mal eins für unser Fotobuch gemacht ;-)

In Amed im "Geria Giri Shanti" angekommen, begrüßte uns gleich Liselotte, die sympathische belgische Besitzerin, die die kleine Anlage mit ihren 5-Bungalows erst vor einem halben Jahr mit ihrem Mann David übernommen hat. Lisa kümmert sich um die Gäste und die Anlage, David ist der Dive-Instructor. So haben wir uns gleich für den nächsten Tag zum Tauchausflug in das benachbarte Tulamben eingetragen, denn dort liegt das Wrack der US Liberty.

Unser erster Eindruck von Amed war, dass das kleine Örtchen schnell mit dem Touristen-Zustrom gewachsen sein musste. Direkt an der Hauptstraße kam fast wie aus dem Nix der kleine Ort, der mit vielen kleinen Anlagen und jeder Menge Warungs (kleine einheimische Restaurants) auf Touristen wartete. Wir stellten uns schon auf das Schlimmste ein, doch da nur etwa 20-30% der Betten belegt waren, wurde uns schnell die Gemütlichkeit deutlich, die hier nun statt dessen herrschte. Nur die zum Teil stark befahrene Strasse trübte die Ruhe :-(

Zurück zum Wrack. Einstieg war vom Kies-Strand. Ich ging mit den erfahreneren Niederländern in einer Gruppe runter und Sandra machte ihren ersten Tauchgang nach ihrer bestanden Tauchprüfung mit einem spanischen Paar und einer Französin, die ebenfalls weniger erfahren waren, so passte es ganz gut.
Es gab jede Menge in und um das Wrack zu sehen.

In der Pause zwischen den zwei Tauchgängen kamen mehr und mehr Menschen zum kleinen Strandabschnitt, die alle nach und nach ihr Equipment anzogen und unter Wasser gingen. Das Getümmel am und in dem Wasser erinnerte irgendwie an einen Basar.
So dann leider auch später Unterwasser als das "Hauen und Stechen" los ging, wer wann wohin tauchen darf und sich welchen Fisch anschauen darf usw... In Deutschland hätten wir dafür bestimmt schon Schilder oder Ampeln angebracht :-)

Weil das mit dem Tauchen uns aber trotzdem gefallen hat, suchten wir uns für den nächsten Tag das "Haus-Riff" aus. Hier ging es viel entspannter zu und es gab noch mehr verschiedene Fische zu sehen. Ein Riff-Hai begegnete uns schon gleich am Anfang, wenig später dann noch ein Schwarm Jack-Fisch die sich wie ein Riesen Tornado im Kreis drehten und wir tauchten mitten durch! Wahnsinn. Das war sehr beeindruckend.

Gegen Mittag waren wir dann schon wieder zurück und legten uns an den benachbarten Infinity-Pool. "Nee is des schee" kam von der Nachbarliege, ehe das Buch aufging und wir fünfe gerade sein ließen. Nach einem lecker Abendessen im Enak-Warung und dem verzweifelten Versuch unsere Hotelrechnung per PayPal zu begleichen, ging es ins Bett.

PayPal ist ein tolle Sache doch wenn man es braucht, wie in diesem Fall, funktioniert es nicht wie es soll. Leider gibt es keinen ATM in Amed und man konnte nirgends mit Karte zahlen, also auch nicht im Hotel. Wir dachten PayPal wäre Dank Internet die Lösung, war es aber nicht :-( Der Fahrer der uns am nächsten Morgen nach Candi Dasa (CD) fahren sollte fungierte kurzerhand als Kurier und brachte das Geld, welches wir in CD abgehoben haben zu Lisa und David ins Hotel zurück. Oh man.





Dienstag, 21. August 2012

(19.-21.8.12) Anreise Bali / Ubud (Zentral Bali)

Dank Skytrain beträgt die Zeit von der Station am Hotel zum Flughafen weniger als 15 min und 40 Baht (1 Euro). Das waren früher zwischen 30 und 1 1/2 Stunden (Tageszeit- und verkehrsabhängig) und je nach Verhandlungsgeschick mehrere hundert- wenn nicht tausend Baht.
Bangkok entwickelt sich!

Am Airport angekommen, lernten wir Thai-Gelassenheit für Fortgeschrittene.
Da wir untypischerweise einen Skytrain früher bekommen haben als geplant, waren wir sehr zeitig schon da und wollten schnell unser Gepäck abgeben um zu Frühstücken. Die Frau am Thai Airlines-Schalter sagte uns etwas davon, dass die Maschine getauscht worden sei und man nicht Einchecken kann und wir erst was essen gehen, und in ca 45 min wiederkommen sollen.
Gesagt getan. Nach leckerem Frühstück bei einer US-Kaffeekette, standen wir wieder vor einer Check-In-Dame, die uns erklärte sie würde uns aufrufen wenn man einchecken könnte. Als 30 min vor Boarding das immer noch nicht der Fall war, wurden wir etwas nervös da die Abflugzeit nicht auf "Delay", also verspätet auf der Anzeigetafel angezeigt wurde. Kurz drauf rief sie uns auf. Durch unsere Erfahrung der letzten Besuche auf dem Airport wussten wir, dass wir durch alle Sicherheitskontrollen und bis zum Gatr mindestens 45-60 min brauchten und es eine Express-Line gibt. Auf Nachfrage nach einer Express-Card, sagte sie uns, es sein noch genug zeit bis Boarding. Uhrenvergleich: wir hatten noch 25 min bis zum Boarding!
Thaigelassenheit für Fortgeschrittene nenne ich das. Dank Sandras Charme (und dieses Mal nicht ironisch gemeint) dürften wir zwei Reihen bei der Immigration und noch mal ähnlich viel beim Security-Check überspringen und sind trotzdem 20 min zu spät am Gate angekommen!
Gut nur, dass die beim Boarding die gleiche Gelassenheit hatten und erst kurz nach unserem Erscheinen damit angefangen haben.

In Bali angekommen, waren wir gespannt ob die Immigration genau so eine Katastrophe wie in Jakarta letztes Jahr wird.
War sie nicht! Freundliches Personal deutete uns den Weg und die Schalter waren übersichtlich und mit Englisch sprachiger Schrift beschildert. Alles ging überraschend schnell.

Nachdem San bei "Wer wird Millionär?" gewonnen hatte und mit 1.000.000 Rupiah vom ATM wieder kam, nahm uns Imade, unser Fahrer vom
letzten Mal, freudig in Empfang. Zum Glück hatten wir seine Visitenkarte noch aufgehoben und ihn gebeten uns vom Flughafen nach Ubud inkl. ein/ zwei Shoppingstopps abzuholen.

Bereits am Flughafen und auf dem Weg nach Ubud wurde schnell klar, dass hier Hauptsaison ist. Dieses Gefühl wurde im völlig überlaufenen Ubud nur noch bestätigt. Die Stadt wird erst gemütlich wenn die Tagestouristen wieder auf dem Weg nach Hause im Stau stehen. Die Wenigen die bleiben, wohnen dann meist traumhaft zwischen den Reisfeldern und genießen die Künstlerstadt nach Sonnenuntergang. Wie wir.

Am nächsten Morgen gab es im Balimoon Guesthouse zum Frühstück den legen... (es kommt gleich) ... dären Green Pancake, auf den wie uns so gefreut haben.
Nach dem Frühstück war meine Zukünftige ganz angetan von dem Gedanken mit dem Rad durch die Reisterassen in der Umgebung zu fahren. Leider war ihr nicht klar, dass wenn's Terrassen sind, es auch Steigungen geben muss. So dass ich nach etwa 20 min alleine die Tour zu Ende gefahren bin und San es sich im
Spa gemütlich gemacht hat. Mittags haben wir uns zum Essen im Ort verabredet. Es sollte das berühmt berüchtigte "suckling pig" geben. Ein Schwein schön kross gebraten, welches meist schon gegen 13 Uhr ausverkauft ist und von dem wahrscheinlich alles verwertet wird.

Eine Shopping-Tour mit dem
gemieteten Scooter vom Besitzer des Bali Moons nach Tegallalan, einem kleinen Handwerker-Ort in der Nähe von Ubud, kurbelte die lokale Wirtschaft wieder an :-)

Morgen holt uns Imade wieder ab und es geht weiter nach Amed im Nordwesten der Insel.

Samstag, 18. August 2012

(17.-19.8.12) B2B - Back to Bangkok :-)

Wie heißt es so schön: Man soll mit dem Anfangen, mit dem man aufgehört hat. So hat unsere 3 Monatsreise am 15.03. diesen Jahres in Bangkok geendet und unsere nächste nun 5 Monate später wieder in dieser liebevollen quirligen Stadt starten.

Einziger Unterschied bei der Anreise war diesmal das aaaah und oooooh, ...hast du schon gesehen ...und hier, ...und dies und das vom Nachbarsitz. San war so geflashed vom Board-Entertainment und Platzangebot der Thai Airways, dass ich mich fragen musste, ob sie all meine Geschichten zu Singapore- und Thai Airways nie für voll genommen hat. Ich schätze mal, der Unterschied liegt darin, ob man es nur erzählt bekommt oder selbst erlebt. Hoffentlich :-)

Wobei wir in den vollen Genuss erst auf dem Rückweg kommen. Da der Hinflug ein Nachtflug war und schon nach nur einen, von unzählig vielen, guten Filmen uns die Augen zugefallen sind und wir erst kurz vorm Frühstück wieder aufgewacht sind.

In unseren Stammhotel Citin und Sandras zweitem Wohnzimmer angekommen, machten wir erst mal meinen Eltern Konkurrenz, da wir zwei mal das Zimmer wechselten bevor wir uns zufrieden gaben. Aber Raucher Zimmer und im ersten Stock an der Straße ist wirklich nicht das, was wir uns gewünscht haben.

Kurz nach dem Check-In ging es mit einem Snack am Strasseneck schon Richtung "Savile Row" Laden, ein Schneider den Sandra sich nach Recherchen im Internet ausgesucht hat für ihr Hochzeitskleid. Dann schlenderten wir noch etwas in den Abend.

Am nächsten Morgen ist San wieder um 5:30 Uhr aufgestanden um im Morgenmarkt die größten Schnäppchen als einzige Touristin zu schlagen. Ich hab entschieden lieber zu schlafen ;-)

Nachmittags mussten wir dann wieder zum Schneider zum ersten Fitting.
Den Rest des Tages verbrachten wir dank sintflutartigen Regenfällen (es ist Regenzeit in BK) mit gutem Gewissen in der MBK Shopping Mall. Hier kauften wir noch dies und das für die Hochzeit und Sachen von den wir vorher noch nicht wussten dass wir sie brauchen ;-)

Nach leckerem Essen ging es noch kurz wieder zur Massage und Sachen packen für den Weiterflug morgen in den Urlaub.

P.S: Mein Hochzeitshemd hat schon mal auf Anhieb gepasst, so dass wir auch guter Hoffnung sind für das Kleid.

Freitag, 6. April 2012

Wer nichts hat, kann alles geben.

Nachdem ich bei der ersten Asienreise noch nicht richtig fassen bzw. beschreiben konnte, was mich hier so fesselt und wohlfühlen lässt, so kann ich es mittlerweile, nach einigen Reisen und mehreren Ländern besser begründen. 

Während man in Deutschland und generell in den westlichen Ländern mehr und mehr nach Statussymbolen, Anerkennung und nennen wir es mal materiellem Glück strebt und alles und jenen vielleicht dafür verantwortlich macht, wenn es nicht klappt, nur nicht sich selbst, so spielt das hier alles keine Rolle. 
Die Kinder spielen gemeinsam auf der Strasse. Gross mit klein, Junge mit Mädchen, nackig mit angezogen. Jeder passt auf jeden auf. Hier darf jeder mitmachen und wird nicht kollektiv ausgeschlossen, nur weil er nicht die neueste Play-Station hat. Hier wird ein ausgelutschter Fahrradreifen mit einem Stock über den Strand oder die Strasse gerollt und diesem hinterhergejagt, während es bei uns zu jedem Geburtstag oder Weihnachten immer mehr werden muss. Hier wohnt man auf engsten Raum mit seiner Familie zusammen, braucht keine Statussymbole und ist trotzdem glücklich. Hier zählen noch andere Werte und Normen. Solche, die in der westlichen Welt durch zunehmenden Materialismus und Ich-Bezogenheit mehr und mehr verloren zu gehen scheinen. Hier wird alles was man hat brüderlich geteilt und Familie ist das Wichtigste. Jeder ist zwar eine eigenständige Persönlichkeit, nimmt aber eher seine spezielle Rolle in der Familie ein. In Deutschland zählt am Ende meist nur, dass man seine eigenen Ziele und Wünsche erreicht. Auch ich kann mich sicher in diese Reihen einreihen...

Während man sich hier einfach mit dem zufrieden gibt was man hat und demzufolge einfach glücklich ist, zermartert man sich in Deutschland aufgrund der vielen möglichen Entscheidungen und Wege meist zu sehr das Hirn: Wo will ich hin? Welchen Beruf will ich ausüben? Vielleicht doch die Firma wechseln? Ist es der richtige Partner für mich? Will ich einmal heiraten? Welche Ansprüche stelle ich an ihn oder sie? Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Kind? Diese und noch viel mehr Fragen schwirren doch in unser aller Köpfe ständig rum und machen uns zu rastlosen Tieren, ständig auf der Suche nach dem nächsten Wasserloch, welches den Durst löscht und Erfüllung gibt. Doch das meist nur für den Moment, denn der nächste Durst kommt bestimmt.

Dass Geld allein nicht glücklich macht, sondern sicher nur als Helfer für das Leben gesehen werden kann, konnte ich bereits feststellen, als ich in einer grossen französischen Bank gearbeitet habe. Aber in Südostasien merkt man es an jeder Stelle. Hier haben die Leute für westliche Verhältnisse "nichts" und sind doch viel glücklicher. Man lebt im Jetzt und geniesst den Moment und macht sich keine Gedanken und vor allem keine Sorgen über morgen. 
Das sollten wir uns viel mehr in Erinnerung rufen, jagen wir doch häufig den glücklichen Momenten nach, werten und versuchen die schönen immer weiter zu toppen, um dann hinterher zu merken, dass man diese gar nicht richtig genossen hat, sondern scheinbar erst hinterher richtig zu schätzen weiss.

Diese ständige Hetze und Jagd nach mehr, macht uns und somit auch mich, innerlich unruhig und unausgeglichen. Es verknotet das Herz und erdrückt es wie ein schwerer Stein, der darauf liegt. Diesen Klumpen kann ich bisher immer nur in Asien von mir werfen und eine Art " innere Freiheit" erlangen. So gibt es doch nichts Schöneres, als diesen Ballast von Bord zu werfen und zumindest für einige Momente einmal nichts zu denken und nur eines spüren: absolute Leere. Es fühlt sich an, als ob die Seele fliegt.
Dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich und man muss aufpassen, dass man auch diesem nicht anfängt nachzujagen und sich dadurch nicht lösen kann.

Es erdet mich einfach auch jedes Mal wieder, wenn ich sehe, mit wie wenig Sachen und Dingen ich auskommen kann. Es muss nicht der Ohrring zum T-Shirt passen und das wiederum auf Tasche und Uhr abgestimmt sein. Hier hat Kleidung meist noch seine ursprüngliche Funktion: nämlich den Körper zu bedecken, zu schützen und eventuell auch zu wärmen. Somit wäre man geschminkt und aufgetakelt in solchen asiatischen Ländern einfach "überstyled".

Zurück in Deutschland wurde mir nun klar, was mich so - neben all den asiatischen "Umständen" - befreit und leicht gemacht hat. Es ist die Zeit - oder auch wieder nicht. In Deutschland spielt "Zeit" eine große Rolle. Ständig wird auf die Uhr geschaut, von einem Termin zum nächsten gerannt und so verfliegt ein Tag wie der andere. Am Ende relativ bedeutungslos, weil man meist nur gearbeitet hat, aber nicht richtig glücklich war bzw. diese Momente nicht gelebt hat. 
Wenn man lange Zeit im Urlaub ist, so spielt Zeit keine Rolle, weil man sie schlicht und ergreifend ohne Ende hat. Man zählt nicht wie sonst rückwärts bis zum Ende des Urlaubs und sieht diesem schon nach der Hälfte mit Schrecken entgegen. Nein, man lebt in den Tag und lässt sich nicht stressen. Die Uhrzeit ist gleich, denn man lebt mit der Sonne. Das Datum spielt keine Rolle, denn man hat außer ein paar Flügen keine Termine und der Rückflug ist weit weit weg. Der Wochentag ist nicht wichtig, da sowieso immer alles auf hat und letztlich ist es egal ob man Montag oder Freitag hat. Man lebt und genießt den Tag - viel intensiver. Und deshalb verstreicht er auch nicht so schnell wie die Tage für die Daheimgebliebenen. Relativ schnell hat man so jedes Gefühl für Zeit und Raum verloren und entspannt vollkommen. Man fühlt sich befreit, wie nie zuvor im Leben. Ich glaube das kann nur jemand verstehen, der einmal eine solche Reise gemacht hat. In abgeschwächter Form ist es auch schon nach 3-4 Wochen zu erreichen, aber intensiver wird es natürlich mit längerem Aufenthalt fernab vom durchgetakteten Deutschland. 

Sofern man einmal den Wünsch verspürt eine solche Reise zu machen, so sollte man einfach auf sein Herz hören, denn man lebt nur einmal!

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